Vorgeschichte
Seit der Industrialisierung, in der das Zeitz-Weißenfelser Braunkohlerevier entstand, ist die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region eng mit der Kohle verbunden. Einerseits sind Braunkohleabbau und –veredlung die Basis für wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand der Region. Andererseits verändert der Braunkohletagebau die Landschaft so radikal wie kaum eine andere Technologie. Nicht nur die Natur wird massiven Eingriffen unterworfen, sondern ganze Ortschaften und die dort lebenden Menschen müssen dem Tagebau weichen.

Dass so tiefe Einschnitte in die Existenz von Menschen nicht immer ohne Konflikte ablaufen, ist verständlich. Schließlich werden die vertrauten Lebenswelten, liebgewordene Gewohnheiten und bedeutungsvollen Erinnerungen radikal umgekrempelt. Einen solchen Konflikt verdankt die Kulturstiftung Hohenmölsen ihre Existenz.
Die Vorgeschichte der Stiftung begann, als die Gemeinde Großgrimma im Zusammenhang mit der Erweiterung des Tagebaus Profen nach Hohenmölsen umgesiedelt werden sollte. Von Anfang an bestritten die Beteiligen dabei neue Wege. Die Einwohner von Großgrimma entschlossen sich, den Umsiedlungsprozess nicht nur zu erleiden, sondern aktiv mitzugestalten. So wurden beispielsweise die alten Nachbarschaften am neuen Siedlungsort wiederhergestellt oder neue bewusst gegründet. Eine eigens geschaffene soziale Infrastruktur, garantiert den Zusammenhalt nicht nur des Vereinslebens, sondern der gesamten Gemeinde am neuen Ort und steht zugleich den „Alt- Hohenmölsenern“ offen.
"Großgrimmaer" am neuen Wohnort - 2008 (Foto: Anja Knipfer)
